Ammonium und Ammoniak im Meerwasser

Ammoniak ist ein, auf Dauer tödliches Atemgift für Fische. Es entsteht in nennenswerter Konzentration nur im alkalischen Milieu (pH – Wert über 7 siehe Tabelle).‘, ‘ Im Meerwasser-Aquarium kommt ein Absinken des pH – Wertes in den sauren Bereich (unter pH 7), in dem Ammoniak in ungefährliche Ammoniumionen umgewandelt wird, kaum vor! Im alkalischen Bereich können jedoch Schwankungen im pH – Wert – wie die unten stehende Tabelle ausweist – gravierende Veränderungen im Ammonium – /Ammoniak Verhältnis verursachen.


Sind in einem Aquariumwasser zu wenig oder keine Pufferreserven des Bikarbonats vorhanden und werden durch Wasserwechsel neue ‘Härtebildner’ zugeführt, kommt es zum Anstieg des pH – Wertes innerhalb des alkalischen Bereichs.

Hierdurch steigt der Ammoniakgehalt schlagartig an, das Ammonium – / Ammoniak – Verhältnis verschiebt sich immer mehr in den giftigen Bereich. Daher ist ratsam, den pH – Wert stets über pH 8 und die Karbonathärte über KH 5 stabil zuhalten. Ammoniak ist bereits bei Werten ab 0,1 mg/Liter für alle Fische giftig!

Ist das Karbonat – / Kohlensäure – Gleichgewicht gestört (fehlt CO2, im Wasser gelöst als Kohlensäure bezeichnet), fallen Karbonate aus. Es kommt zur biogenen Entkalkung. Da das Bikarbonat (das Salz der Kohlensäure) unser verlässlichster alkalischer pH-Puffer ist, kommt im Extremfall der pH – Wert gewaltig ins Schwanken. Laugen oder Säureschäden bei Korallenfischen und Wirbellosen sind sodann unausweichliche Folgen.

Im Meerwasser-Aquarium genügt eigentlich schon ein Absinken unter 7,9 pH oder ein Ansteigen auf über 8,8 pH, um Wirbellose und Korallenfische zu schädigen und das Ammonium – /Ammoniak – Verhältnis zu verändern. Da über die biogene Entkalkung hinaus viele Wirbellosen und vor allem auch Kalkalgen dem Wasser enorme Mengen an Calcium für ihren Skelettaufbau entziehen (nicht nur die Steinkorallen, auch Weichkorallen bauen Kalknadeln in ihre Körpersubstanz quasi als Stützkorsett ein), besteht die Gefahr einer akuten Unterversorgung mit Calcium, das zusammen mit Kohlensäure den alkalischen Puffer Calciumbikarbonat bildet.

Im Verein mit den Zooxanthellen und Grünalgen im Aquarium, die durch Bikarbonat- Assimilation ein Ausfällen von Karbonaten bewirken, indem sie die im Bikarbonat vorhandene Gleichgewichts-Kohlensäure verbrauchen, werden so laufend alkalische Puffer buchstäblich verbraucht! Nun werden zwar beim regelmäßigen Teilwasserwechsel immer wieder alkalische Puffer eingebracht, ohne eine zusätzliche Dosierung von CO2 im Aquariumwasser, die im Meerwasser-Aquarium am besten zusammen mit einem Kalkreaktor durchzuführen ist, tritt jedoch bald wieder Mangel an Bikarbonat aufgrund von Kohlensäuremangel auf.

Um diesen Mangel zu verhindern wird ständig CO2 zudosiert. Der pH – Wert sollte jedoch nicht unter 8,0 gesenkt werden, um Wirbellose und Fische nicht zu schädigen. Außerdem ermöglicht die CO2-Dosierung erst den Einsatz eines Kalkreaktors zur dauerhaften Stabilisierung der Karbonathärte!

Es ist daher sinnvoll, die Ammoniumwerte so gering wie möglich zu halten! Geeignete Maßnahmen hierzu sind:

Optimale Filterpflege bei optimaler Ausstattung an Filtertechnik, regelmäßiger Teilwasserwechsel,
Vermeidung von Überfütterung und Vermeidung von Überbesatz an Korallenfischen.




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